suchen
SEARCH
Dekubitusprophylaxe (MDP) :: Was ist ein Dekubitus?

Was ist ein Dekubitus?

Problematik
Der gesunde mobile Mensch bekommt keinen Dekubitus (Druckgeschwür), weil er Körperbewegungen durchführt. Dadurch wird die Durchblutung in der Haut und im Gewebe ermöglicht. Wird ein Mensch jedoch immobil (Rollstuhl, Bettlägerigkeit), so steigt die Gefahr einer unzureichenden Durchblutung an bestimmten Körperstellen und es kommt so zu einer Dekubitusgefährdung.

Der Fachbegriff Dekubitus steht für das Druckgeschwür oder das sogenannte Wundliegen. Als einen Dekubitus, auch als ein Druckgeschwür, Dekubitalgeschwür, Wundliegegeschwür oder Ulkus bezeichnet man einen Bereich lokalisierter Schädigung der Haut und des darunterliegenden Gewebes, hervorgerufen durch Druck oder Scherkräfte.

Entstehung:
Überschreitet von außen auf Gefäße einwirkender Druck den Kapillardruck der Gefäße, so kommt es zu trophischen Störungen (Störung in der Ernährung eines Körperteils).

Dauert eine Druckbelastung , die die Kapillardruckschwelle überschreitet, weiter an, kommt es durch die folgende Unterversorgung der Zellen mit Sauerstoff (Hypoxie) und Nährstoffen zu einer Nekrosebildung des Gewebes sowie einer irreversiblen Schädigung von Nervenzellen. Die Folge ist eine Unterversorgung oder Minderdurchblutung der Haut und des darunterliegenden Gewebes mit der Gefahr der Entstehung eines solchen Druckgeschwürs. Zusätzlich sind auch weitere Risikofaktoren von maßgeblicher Bedeutung bei der Entstehung eines Dekubitus.

Der Hauptfaktor ist jedoch die Druckbelastung, also das Produkt aus Druck x Zeit.

Faktor: Druck x Zeit

Äußere Faktoren:

  • Temperatur
  • Hautfeuchtigkeit
  • Verletzungen
  • Medikamente
  • Körperhygiene
  • Hauptfaktor -Druckbelastung:
    Druck x Zeit

Innerer Faktoren:

  • Muskelatrophien
  • Stoffwechselstörungen
  • Sensibilitätsstörungen
  • Inkontinenz
  • Infektionen
Sitz und Liegedruck

Als besonders gefährdet gelten Stellen mit geringer Weichteildeckung (Muskeln oder Fettgewebe) und konvexen knöchernen Widerlagern, da entstehender Druck auf Grund des fehlenden Unterhautfettgewebes nicht genügend verteilt werden kann. An diesen Körperstellen, wie z.B. über Knochenstrukturen, ist die Gefährdung also besonders hoch, da wenig "Gewebeabpolsterung“ vorhanden ist. Hier ist eine druckentlastende Lagerung entscheidend!